   |
Dienstag, 06. Januar 2009


Wie oft soll man die Nieren untersuchen? Bei unauffälligem Befund oder geringen Veränderungen jährlich. Bei größeren Läsionen zweimal im Jahr. Dies gilt für Kinder und Erwachsene.
Welche Untersuchung ist am Besten? Basisuntersuchung: In jedem Fall sollte eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Bei Darstellung von Tumoren sollte zudem eine Magnetresonanztomographie erfolgen, da man hiermit ohne Strahlenbelastung beurteilen kann, ob es sich um Angiomyolipome handelt, oder um Tumore ohne Fettanteil. Dies ist wichtig um zwischen Nierenzellkarzinomen und den gurartigen Angiomyolipomen zu unterscheiden. Außerdem kann man im MRT auch die Lymphknotenstationen beurteilen. Prinzipiell ist eine Magnetresonanztomographie mit Kontrastmittel eine der besten Untersuchungen, weil sie ohne Strahlenbelastung durchgeführt werden kann, ein sehr gutes Auflösungsvermögen hat und als Vergleichsuntersuchung gut herangezogen werden kann. Kinder müssen für MRT-Untersuchungen in der Regel sediert werden. Blutuntersuchungen mit Bestimmung von Kreatinin und Harnstoff (=Nierenwerte) sowie ein Urinstatus sind sind notwendig. Bei den Kontrolluntersuchungen sollte auf jeden Fall eine Ultraschalluntersuchung des Abdomens und der Niere erfolgen. Die Frage, wie häufig man ein MRT erstellen soll, ist noch nicht endgültig geklärt, wahrscheinlich reichen 2 - 3-jährige Intervalle. |



Was tun bei Nierentumoren? In der Regel handelt es sich um Angiomyolipome (Tumoren aus Blutgefäßen, Muskelgewebe und Fettgewebe). Die Differenzierung zwischen Angiomyolipom und den sehr selten, aber durchaus vorkommenden Nierenzellkarzinomen ist ausserordentlich problematisch. Ganz eindeutige Differenzierungskriterien (=Unterscheidungsmöglichkeiten) gibt es nicht. Verdächtig sind Tumorareale ohne Fettgewebe und nach Ansicht manchen Autoren auch Tumorareale mit Verkalkungen. Patienten und deren Angehörige und Betreuer sollten über das Vorhandensein und die Grösse von Nierentumoren informiert werden. Die Hauptkomplikation besteht in spontanen Blutungen. Die Blutungen kündigen sich in der Regel in Form von Schmerzen an oder durch blutigen Urin. Die Patienten sollten sich dann umgehend nach Möglichkeit in ein Spezialzentrum, wenn dies nicht erreichbar ist, in ein grosses Krankenhaus begeben. Therapeutisch gibt es Abstufungen: Bei leichteren Blutungen kann man sich wahrscheinlich auf eine Beobachtung beschränken. Bei stärkeren Blutungen kommt eine Bluttransfusion evtl. auch eine radiologische selektive Embolisation (Verödung) in Betracht. Bei ausgeprägten Blutungen ist möglicherweise eine Operation nicht zu umgehen. Die Operationsindikation (=Feststellung der Notwendigkeit zu operieren) sollte sehr kritisch gestellt werden, da es bei größeren Nierentumoren durchaus möglich ist, dass man keine Nieren-erhaltende Operation durchführen kann. Dann muß eine Niere entfernt werden. Solche Patienten haben wahrscheinlich ein erhöhtes Risiko, dass sich eine Niereninsuffizienz (= Verschlechterung der Niernfunktion) etabliert. Dies kann möglicherweise frühzeitig in eine terminale Niereninsuffizienz (=Nierenversagen) übergeht. Dann ist eine Dialyse nötig. Die Berichte anderer Zentren zeigen zumindest, dass die Patienten, die dialysepflichtig geworden sind, in aller Regel in der Vorgeschichte operative Eingriffe an der Niere hatten. Bei Nierentumoren mit einer Grösse von über 3-4 cm, oder bei starker Wachstumstendenz, sollte über eine frühzeitige Embolisation nachgedacht werden, da grössere Angiomyolipome häufiger bluten als kleinere. |



Was tun bei Nierenzysten? Bei Nierenzysten treten seltener Blutungen auf, als bei Tumoren. Die Symptome bei Zystenblutungen sind die selben wie bei Tumorblutungen. Allerdings bergen auch die Zysten ein großes Risiko für Nierenfunktionsstörungen. Bei Hinweisen auf Entzündungen sollten frühzeitig antibiotische Behandlungen erfolgen. Bei sehr grossen Zysten ist eventuell eine Zystenpunktion und Verödung zu erwägen. Zysten haben die Tendenz, sich zurückzubilden. Bei manchen Patienten kommt es auch im zweiten Lebensjahrzehnt und später zu Zystenwachstum. Zysten und Angiomyolipome können auch kombiniert auftreten. Deshalb sollten auch Patienten mit Nierenzysten einmal im Jahr kontrolliert werden. |
Stellen Angiomyolipome (AML) der Leber eine Kontraindikation für eine antiepileptische Therapie dar?
Nein, solange die Leberfunktionswerte unauffällig sind. |
Copyright by Tuberöse Sklerose Deutschland e.V.
|
|
23.04.2009
Einladung Wenige medizinische Fachgebiete hatten in den letzten Jahren einen
ähnlich rasanten Wi...
weitere Termine
|
Abonnieren Sie unseren Newsletter! Wir bieten Ihnen etwa einmal monatlich aktuelle Nachrichten aus dem Tuberöse Sklerose Deutschland e.V., die die Krankheit, aktuelle Forschungsprojekte, aber auch die Vereinsarbeit betreffen. Selbstverständlich können Sie den Newsletter jederzeit wieder abbestellen.
Bestellung
Abbestellung |
Tuberöse Sklerose Deutschland e.V. Gemeinsam ein Stück Himmel sehen.
Am Rosengarten 1 D-65375 Oestrich-Winkel
| Tel.: |
0049 700 88237637 |
| Fax: |
0049 700 88237637 |
|
|
|